Fussball

FIFA 18 ist ein eSport-Juwel

FIFA ist das beliebteste Videospiel in Deutschland. Seit über zwei Jahrzehnten begeistern die Fußball-Sportsimulationen Menschen auf der ganzen Welt. Auch die neuste Ausgabe, die Ende September auf den Markt kam, landete in den Spielecharts direkt auf Pla

Bereits am ersten Wochenende nach Verkaufsstart spielten 1,6 Millionen aktive Nutzer FIFA 18 zu genau dem selben Zeitpunkt. Damit überholte es den kurz vorher aufgestellten Rekord des Ego-Shooter Spiels Destiny 2 von 1,2 Millionen gleichzeitigen Spielern.

Neben FIFA und Destiny zählen aber auch League of Legends (LoL), World of Warcraft (WoW) oder Grand Theft Auto (GTA) zu den Lieblingen der Zocker. Wo früher ein Mehrspielermodus nur mithilfe mehrerer Controller geschaffen werden konnte, gibt es heute riesen Events, bei denen professionelle Ligen für die unterschiedlichsten Games ausgetragen werden. Bejubelt von tausenden Fans geraten dort die antretenden Teams schon mal ins Schwitzen.

Doch wie auch das nervenkitzelnde Pokerspiel, wird eSports-Gaming nicht als richtige Sportart anerkannt – zumindest nicht in Deutschland laut des Olympischen Sportbundes. Denn die einen klassifizieren sowohl eSports als auch Poker als Geschicklichkeitsspiel, die anderen als ein Glücksspiel. Zum Vergleich: In den USA gelten sie beispielsweise schon seit 2013 als Sport. Auch in Asien wird 2022 erstmals olympisches Gold für eSports ausgehändigt.

Dabei ist die Fangemeinde von Poker und der eSports Spiele wie FIFA so groß wie nie zu vor. Bisher ist das Spielen von Online-Poker in Deutschland nur bei staatlich anerkannten und lizensierten Online-Anbietern gestattet, jedoch gewinnt es weltweit immer mehr an Bedeutung, vor allem für Spieler zwischen 18 und 25 Jahren. Nach den USA hat Deutschland sogar den größten Anteil an aktiven Online-Poker-Spielern auf der ganzen Welt.

Auch FIFA erfreut sich jährlich an mehr als drei Millionen Deutschen, die mindestens einmal pro Monat an einer eSports-Amateur-Liga teilnehmen oder sich ein Event anschauen. Sogar die Fußballprofis vom echten Rasen sind von dem Simulationsspiel angetan. Möglicherweise ist man als Amateur sogar schon mal gegen den ein oder anderen Profi angetreten.

Der englische Nationalspieler Wayne Rooney vertreibt sich seine Zeit zum Beispiel gerne auf dem virtuellen Fußballfeld. Unter dem Pseudonym „Jon Snow“ (dies ist sein Lieblingscharakter aus der Fernsehserie Game of Thrones) spielt er dabei gegen andere Profifußballer oder zufällig generierte FIFA Zocker.

Aber nicht nur einzelne professionelle Spieler begeistern sich für eSports sondern auch Vereine. Einige Bundesligavereine wie der RB Leipzig, VfB Stuttgart oder Schalke 04 haben sogar ihre eignen eSports-Teams.

Auch internationale Teams wie der FC Valencia, Manchester City oder Dynamo Kiew sind in der Welt des eSports vertreten. Damit in dieser Welt alles mit rechten Dingen zugeht, wurde im Mai 2016 die World Esports Association (WESA) gegründet, die wie ein Weltverband, ähnlich der FIFA, fungieren soll.

Und auch ein weiterer Vergleich zur realen Fußballwelt bietet sich perfekt an, denn eSports Turniere sind für die Fans der Szene wie Weltmeisterschaften beim Fußball. Wer aber glaubt, dass diese Turniere nur vor dem heimischen Bildschirm ausgetragen werden, hat falsch gedacht.

Tatsächlich werden für diese eSports-Ligen große Arenen angemietet, in denen dann die Finalrunden vor tausenden Fans ausgetragen werden. Zusätzlich dazu werden die eSports-Game-Events live im Internet übertragen und auf Plattformen wie Twitch.tv angeschaut.

Die bis dato meistgeschaute Übertragung war hierbei ein LoL-Event mit 19,6 Millionen Zuschauern pro Stunde. Zum Vergleich: Das Spiel um Platz drei bei der Fußball-WM 2014 hatte nur 17,5 Millionen Zuschauer.

ESports- Events jeglicher Art werden zunehmend beliebter und auch die Besucherzahlen wie beispielsweise die der Gamescom in Köln, eine Messe für interaktive Spiele, werden jedes Jahr höher.

Die Branche folgt insgesamt einem aufsteigenden Kurs und die Vorurteile gegen Zocker werden immer weniger. Allein der Umsatz im eSports-Markt ist in diesem Jahr mehr als doppelt so hoch als noch 2015. Bis 2020 wird ein weltweiter Umsatz von circa 1,5 Milliarden Dollar erwartet. Mit einer Fortführung der FIFA-Reihe kann man in den kommenden Jahren also sicherlich fest rechnen.