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Notts County: jetzt mit Graslampen ausgestattet

Nichts ist auf einem Sportrasen wichtiger als ein ordentliches, sattes, grünes Gras.

Damit haben die Veranstalter und Pfleger eines Rasens viel gemeinsam mit den Züchtern von illegalem Marihuana. Beide Produkte zu pflegen bedarf viel Fürsorge und Leidenschaft - vor allem aber die richtige Ausrüstung. Im englischen Notts County, wo der älteste Sportplatz der Welt angelegt ist, hat man Synergien gesehen und nutzt nun die Wärmelampen von Cannabiszüchtern, um den Rasen in den Wintermonaten spriessen zu lassen.

“Gras ist Gras” lautet hier das Motto. Jedes Jahr werden unzählige Utensilien aus illegalen Grasplantagen beschlagnahmt, die normalerweise von der Polizei nach dem Verfahren zerstört werden. In diesem Fall hat man sich entschieden, die teuren Lampen wieder zu verwenden und den Rasen damit schöner zu machen. Da die Haupttribüne in den dunklen Jahreszeiten kaum Lichteinfall erlaubt, hat sich so eine gute Lösung gefunden.

Der Drittligist erweist sich somit als besonders innovativ in Sachen Botanik. Wo normalerweise Hanfsamen von der Bestrahlung profitieren, können sich nun die Sportler auf die kommende Sommersaison freuen. Mit Hilfe von Studenten wurden die Lampen aufgestellt und sorgen nun für einen qualitativ hochwertigen Rasen. Diese Methode könnte sich schnell verbreiten und auch bald in Deutschland genutzt werden. Die Lampen sind nämlich von den Drogenfahndern gespendet worden und haben damit keine zusätzlichen Kosten für den Traditionsclub verursacht.

Die Lampen mussten ein bisschen angepasst werden. Auf ausrangierten Torpfosten wurden sie aufgestellt, die Räder für die Mobilität wurden vom benachbarten Golfclub gespendet. Eine ähnliche Anlage, die man sich so fertig kaufen kann, kostet normalerweise mindestens zehntausend Euro. Ob sich diese Anschaffung allerdings wirklich lohnt, wird man erst im Laufe der nächsten Monate wissen: noch gibt es keine Tests dazu, ob normales Gras durch die Wärmelampen besser wächst. Man geht davon aus, dass es genauso funktionieren müsste wie bei den Outdoor Samen, die Hanfzüchter auf ihren Plantagen nutzen.

Sollten sich positive Ergebnisse einstellen, könnte aus der Idee ein Geschäftsmodell werden, von dem auch die Polizei profitiert: statt die Lampen weiterhin zu spenden, könnten sie für einen sehr günstigen Preis verkauft werden. Aus illegalen Machenschaften würde so ein gutes Konzept, um den Sportsgeist der Städte auf Trab zu halten.