Russland-Legionär Rybus von Polens WM-Liste gestrichen

Sportinformationsdienst
20.06.2022 - 17:24 Uhr
Lesedauer: 3 Minuten

Foto: AFP/SID/JANEK SKARZYNSKI

Den polnischen Fußball-Nationalspieler Maciej Rybus kostet sein fortgesetztes Engagement bei russischen Erstliga-Klubs die Teilnahme an der bevorstehenden WM-Endrunde in Katar. Polens Verband PZPN bestätigte zu Wochenbeginn die Streichung des 32 Jahre alten Verteidigers des russischen Rekordmeisters Spartak Moskau von der Kandidatenliste seines Nationaltrainers Czeslaw Michniewicz.

Demnach hat der Coach dem Nationalmannschafts-Kollegen von Bayern Münchens Stürmerstar Robert Lewandowski seinen Verzicht persönlich mitgeteilt. Michniewicz erklärte dem 66-maligen Nationalspieler, "wegen seiner momentanen Vereinssituation nicht für das WM-Trainingslager im September nominiert und auch nicht bei der Berufung des WM-Aufgebotes für Katar in Betracht gezogen zu werden".

Der Defensivstratege hatte kürzlich nach fünf Jahren bei Lokomotive Moskau seinen Wechsel zum Lokalrivalen Spartak mitgeteilt. Ob der PZPN oder Michniewicz dem Außenverteidiger bereits vor seiner Transferentscheidung über die möglichen Konsequenzen für seine Karriere in der Nationalmannschaft informiert hatten, ist nicht bekannt.

Polen nimmt seit Beginn des Angriffskriegs auf seinen Nachbarn Ukraine durch die russische Armee eine konsequente Haltung gegenüber Russland ein. Wegen des Überfalls erklärten die Polen im Frühjahr frühzeitig ihren Boykott des anstehenden WM-Play-offs gegen Russland und leiteten damit den Ausschluss des WM-Gastgebers von 2018 schon von der Ausscheidung für das WM-Turnier am Golf durch den Weltverband FIFA ein. Letztlich schafften Lewandowski und Co. den Sprung nach Katar in den Play-offs durch ein 2:0 gegen Schweden.

Der Rauswurf von Rybus aus der polnischen Nationalmannschaft ist nicht die erste persönliche Sanktion gegen einen Profisportler wegen eines Auslandsengagement in Russland. In Schweden etwa war Basketball-Star Jonas Jerebko nach der Unterzeichnung eines Vertrags in der russischen Hauptstadt bei ZSKA Moskau ebenfalls aus der Nationalmannschaft geworfen worden, nachdem der frühere Power Forward der Golden State Warriors aus der nordamerikanischen Profiliga NBA noch wenige Wochen zuvor für die Skandinavier auf Korbjagd gegangen war. 

Zwar löste der 35-Jährige erst am vergangenen Wochenende seinen "in mehrfacher Hinsicht schwierigen" Kontrakt in Moskau wieder auf, doch seine Suspendierung hielt der nationale Verband SBBF zumindest vorerst weiter aufrecht.

Polens Fußballern wird Rybus in Katar fehlen. Der Abwehrspieler ist einer der erfahrensten Akteure in Michniewiczs Mannschaft. Polen trifft in Katar in Vorrundengruppe C auf den zweimaligen Weltmeister Argentinien, Saudi-Arabien und Mexiko.

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