Der 1. FC Köln macht sich berechtigte Hoffnungen auf den Europokaleinzug. Trainer Steffen Baumgart zum einen und Torgarant Anthony Modeste zum anderen sind maßgeblich für den Höhenflug des FC verantwortlich. In der Zukunftsplanung unterscheiden sie sich aber.
Mit 40 Punkten nach 27 Spielen hat der 1. FC Köln schon jetzt die magische Klassenerhalts-Punkteschallmauer erreicht und kann deshalb für die neue Saison planen, in der womöglich wieder international gespielt wird. Der im Sommer neu installierte Trainer Steffen Baumgart gehört ein Löwenanteil am Kölner Aufwärtstrend.
Nach Sport Bild-Angaben kann sich Baumgart eine vorzeitige Vertragsverlängerung vorstellen. Die Verhandlungen gehören dann schon zum Aufgabengebiet des neuen FC-Sportchefs Christian Keller, der seinen Dienst zum 1. April antritt. Baumgart wird aktuell mit 1,2 Millionen Euro alimentiert, die Sport Bild geht bei einer möglichen Verlängerung von einer Erhöhung der Bezüge auf rund 1,8 Millionen Euro aus.
Verlässt Anthony Modeste den 1. FC Köln?
Die zweite wichtige Personalie ist Anthony Modeste, der mit 15 Bundesliga-Toren überragt, sich zuletzt aber offenhielt, ob er dem FC über diese Saison hinaus erhalten bleibt. Laut Sport Bild "deutet viel auf einen Abflug hin". Modeste ist mit 3,5 Millionen Euro Jahresgehalt der Topverdiener am Geißbockheim und müsste bei der Verlängerung seines 2023 auslaufenden Vertrags eine deutliche Reduzierung seiner Bezüge hinnehmen.
Al Hilal aus Saudi-Arabien soll im Januar mit einem lukrativen Vertrag gelockt haben, Baumgart lehnte einen Verkauf jedoch ab. "Ich bin nicht mehr so jung – meine Karriere ist bald vorbei. Deswegen muss ich mir Gedanken machen, meine Familie für die Zukunft absichern", kündigte Modeste bereits an, dass er vor Saisonende eine Entscheidung haben möchte.
Deine Reaktion:
Köln
1. FC Köln verhandelt mit Luca Kilian über permanenten Wechsel
Luca Kilian hat sich beim 1. FC Köln in der Innenverteidigung etabliert und weiß durchgehend zu überzeugen. Die bisherige Leihe kann per Kaufoption in eine feste Zusammenarbeit ausgestaltet werden. Daran arbeitet der FC momentan.
In den Verhandlungen zwischen Mainz 05 und dem 1. FC Köln, die bezüglich eines Leihgeschäfts von Luca Kilian (22) im Sommer vorigen Jahres geführt wurden, war in der einjährigen Abmachung eine Kaufoption vereinbart worden. Diese liegt dem Vernehmen nach bei etwa zwei Millionen Euro.
Nach Angaben des kicker läuft der Austausch über einen festen Wechsel ans Geißbockheim. Trotz des dicken Minus, das die Corona-Pandemie dem FC auferlegt hat, verfügt der aufstrebende Bundesligist offenbar über die nötigen finanziellen Ressourcen, um Kilian auf dauerhafter Basis an sich zu binden. Eine Einigung darüber soll noch bis Ende März erzielt werden.
Der Kölner Interims-Sportchef Jörg Jakobs lobt Kilian als "jungen deutschen Innenverteidiger mit überragender Physis". Die Mainzer Leihgabe ist in der Abwehrzentrale neben Timo Hübers unter Trainer Steffen Baumgart gesetzt und kommt auf 23 Bundesliga-Einsätze (1.581 Minuten) in dieser Saison.
Deine Reaktion:
Köln
Exklusiv: Tomas Ostrak sagt 1. FC Köln für American Dream adjö - die Hintergründe
Tomas Ostrak steht ab Juli bei einem Verein unter Vertrag, den es zwar schon gibt, der aber erst 2023 seinen Betrieb aufnehmen wird. Der 1. FC Köln wollte eigentlich mit dem talentierten Tschechen verlängern, doch dann grätschte der St. Louis City SC mit beeindruckendem Engagement dazwischen.
Missouri Botanical Garden statt Kölner Dom: Für Tomas Ostrak beginnt ab dem 1. Juli dieses Jahres das größte Abenteuer seiner noch jungen Karriere. Der hochtalentierte Mittelfeldspieler hat sich dazu entschieden, seinen auslaufenden Vertrag beim 1. FC Köln nicht zu verlängern, stattdessen über den großen Teich zu ziehen und eine aufregende neue Herausforderung in Angriff zu nehmen.
Der St. Louis City FC wird ab der kommenden Saison in der Major League Soccer an den Start gehen. Lutz Pfannenstiel, der als Sportlicher Leiter das Franchise in Missouri gemeinsam mit dem früheren Bundesliga-Spieler Bradley Carnell, der als Trainer figurieren wird, zusammenstellt, traut Ostrak auf Anhieb zu, eine wichtige Rolle zu spielen: "Er ist ein kreativer Spieler mit unglaublichen technischen Fähigkeiten. Seine Fähigkeit, Chancen zu kreieren, und seine Arbeitsmoral abseits des Balls werden unserem Team eine weitere Dynamik verleihen und ihn zu einer großen Gefahr in unserem Angriff machen."
Ostrak zeichnete einen bis Ende 2026 datierten Vertrag gegen, der nach Fussballnachrichten.de-Informationen eine Option beinhaltet, mit welcher der Kontrakt um ein weiteres Jahr ausgedehnt werden kann. Pfannenstiel setzte mit seinem ersten Statement ganz oben auf der Wertschätzungsskala an. So viel Enthusiasmus hätten sich Ostrak und sein Management auch von den Kölnern erhofft.
1. FC Köln wollte mit Tomas Ostrak drei Jahre verlängern
"Wir hatten sehr viele Anfragen für ihn, weil er in der tschechischen U21-Nationalmannschaft, mit der er im vergangenen Jahr an der Europameisterschaft teilnahm, sehr starke Leistungen abgerufen hat", spricht Berater Harry Schiestl über seinen begehrten Klienten. Twente Enschede und Vitesse Arnheim aus der niederländischen Eredivisie sowie zahlreiche Spitzenvereine aus Österreich hatten den Kontakt aufgenommen und sich für einen ablösefreien Transfer beworben. Köln hatte mit Ostrak für drei Jahre verlängern wollen. "Wir waren guter Dinge, dass das klappt", sagt Schiestl über den Austausch mit dem FC. Dann funkte St. Louis dazwischen, das über den Spielervermittler Felix Luz bei Schiestl anfragte – und zwar in beeindruckender Art und Weise.
In mehreren Videoschalten buhlten Pfannenstiel und seine Entourage intensiv um Ostraks Unterschrift und zeigten in aufwendigen Präsentationen auf, was sie sich von dem neuen Projekt versprechen und welche ambitionierten Pläne verfolgt werden. "Es war schon sehr beeindruckend, wie sich St. Louis uns gegenüber präsentiert hat", leuchten Schiestls Augen. "Es war sehr faszinierend und vor allem wurde in den Gesprächen deutlich, welche Emotionen schon jetzt in dem noch jungen Projekt stecken. Das hat uns sehr imponiert, so etwas wünscht man sich."
Ab dem 1. Juli beginnt also Ostraks großes Abenteuer, den American Dream, den der 22-Jährige von dort an lebt. Da St. Louis erst in einem Jahr den Spielbetrieb aufnehmen wird, bleibt Ostrak rund ein Dreivierteljahr, um sich an die neuen Lebensumstände zu gewöhnen. "Wir sind froh darüber, dass er eine längere Eingewöhnungsphase hat. So kann er sich dort akklimatisieren", sieht Schiestl kein Problem darin, dass Ostrak in den ersten Monaten über Trainingseinheiten und einigen Testspielen erst mal nicht hinauskommen wird.