FC Bayern

So stellt sich Lothar Matthäus hinter Niko Kovac

Bundesliga-Redaktion
Samstag, 09.11.2019
Lesedauer: 4 Minuten

Foto: Harry Huber / Shutterstock.com

Vor dem Bundesliga-Kracher zwischen Bayern München und Borussia Dortmund hat sich Lothar Matthäus zu Wort gemeldet. Der Ex-Profi spricht nicht nur über Niko Kovac, sondern auch die bisweilen schlechte Transferpolitik beider Topklubs.

Trotz Neuzugängen wie Julian Brandt oder Thorgan Hazard könne Borussia Dortmund "nicht zufrieden" sein. "Die Bayern genauso wenig", ergänzte der Weltmeister von 1990 im KICKER: "Lucas Hernandez ist wieder verletzt, Benjamin Pavard macht es ordentlich, und von Philippe Coutinho kommt bislang zu wenig."

Da der Brasilianer nicht so eingeschlagen hat, wie anfangs erhofft, könne man auch Ex-Trainer Niko Kovac nicht allzu große Vorwürfe machen.

"Er konnte weder etwas dafür, wenn ein sogenannter Weltstar wie Philippe Coutinho in Augsburg allein vorm Keeper das Tor nicht macht", stellte sich Lothar Matthäus schützend vor seinem ehemaligen Schützling und Co-Trainer aus Salzburger Zeiten, "noch war er für die vielen Fehlpässe verantwortlich."

Außerdem habe es der Frankfurter Pokalsieger-Coach "von Anfang an" schwer beim FC Bayern gehabt. "Er war nicht die allgemeine Wunschlösung – das hat man ihn spüren lassen", sich sich der Ex-Profi sicher. "Er hätte sich sicherlich etwas mehr Rückendeckung gewünscht. Ich finde: Er hat einen guten Job gemacht."

Dennoch habe Kovac auch vermeidbare Fehler in der Öffentlichkeit begangen. "Unglückliche Aussagen" über Spieler oder die Aufstellung in Frankfurt hätten vermieden werden können.

"Mit diesen Veränderungen hat er sich keinen Gefallen getan", ergänzte Matthäus rückblickend auf das 1:5 in Hessen. "Aber ich glaube auch, dass er wegen des Drucks und verschiedener Aussagen Kompromisse eingegangen ist."

Mit dem Rücktritt vor wenigen Tage habe Kovac auch "sich selbst erlöst". Nun steht mit Hansi Flick ein weiterer alter Bekannter an der Seitenlinie.

Der ehemalige Co-Trainer von Joachim Löw und DFB-Sportdirektor sei nicht "nur der liebe Hansi", versicherte Matthäus. "Er hat eine klare Linie, eine gute Kommunikation mit den Spielern - mit den gesetzten sowie den Ersatzspielern. Er wird keine Kompromisse eingehen."

 

Für die Spieler gebe es nun auch "kein Alibi mehr". Zuletzt schoben sie immer wieder die Spielidee von Kovac als Entschuldigung für durchwachsene Leistungen vor.

"Da machten es sich die Spieler ohnehin zu einfach", betonte Matthäus, der Hansi Flick selbst bei Erfolg keine Zukunft als Cheftrainer prophezeit.

"Als langfristige Lösung aber denke ich, dass der FC Bayern einen großen Namen holen wird." Genannt wurden bereits Arsene Wenger, Jose Mourinho, Ralf Rangnick, Thomas Tuchel und der als Favorit gehandelte Ajax-Coach Erik ten Hag.

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